14. März 2010
Eröffnung der Jüdischen Filmtage


Deutsche Kinopremiere
Zorros Bar Mitzwa
Dokumentarfilm von Ruth Beckermann
A 2006 | 90 Min.| 35 mm -1:1,85 | dtF


Bis dreizehn trägt der Vater die Sünden für seinen Sohn. Mit dreizehn gilt ein jüdischer Junge als volljährig, ein Mädchen mit zwölf. Zeitpunkt für eine Initiation, eine Zeremonie, die einen Schnitt und einen Übergang im Leben eines heranwachsenden Menschen markiert und Gelegenheit für ein großes Fest mit Familie und Freunden bietet. Der Film begleitet vier 12-jährige Jugendliche – Sharon, Tom, Moishy und Sophie – bei den Vorbereitungen auf ihre Bar Mizwa bzw. Bat Mizwa.

Ruth Beckermann und Ilse Ruth SnopkowskiRuth Beckermanns Kamera gleitet scheinbar zufällig und unbemerkt in private Sphären der ProtagonistInnen, zeigt ihre Familien und deren Umgang mit Religion. Es ist ein ambivalenter Blick, der hier auf jüdische Tradition und ihre Interpretationen fällt: er wirft Fragen nach der Bedeutung von Initiationsriten im Allgemeinen und die nach der Religion als zeitgemäßem Träger dieser Zeremonien im Besonderen auf und beleuchtet den ungleichen Status der Geschlechter in der jüdischen Religion.